Wer in Österreich Geschäfte macht, kennt die Fragen: Stimmen Firmenwortlaut und Adresse meines neuen Kunden? Steht die Firma noch im Firmenbuch, oder ist sie in Liquidation? Ist über den Kunden ein Insolvenzverfahren eröffnet worden, den ich seit zwei Jahren beliefere? Die Antworten stehen im Firmenbuch des Justizministeriums, aber kaum jemand schaut regelmäßig nach. In Odoo wird der Kontakt einmal angelegt, und danach altert er.
Dafür haben wir das Modul Firmenbuch für Partner (partner_firmenbuch_at) entwickelt. Es verbindet Odoo-Kontakte mit dem Firmenbuch und mit dem amtlichen Adressregister des BEV. Es ist für Odoo 19 geschrieben und steht als freie Software unter der LGPL-3-Lizenz kostenlos auf GitHub zur Verfügung:
github.com/Alex0176/odoo-partner-firmenbuch-at
Inhalt dieses Beitrags
- Das Problem: Stammdaten, die niemand pflegt
- Was das Modul macht
- Vorschläge statt Überschreiben
- Warnungen: Insolvenz, Liquidation, Bilanz
- Adressprüfung mit dem BEV-Adressregister
- Technische Umsetzung
- Was uns der echte Dienst gelehrt hat
- Installation und Einrichtung
- Datenschutz: Was das Modul an wen sendet
- Tests
- Grenzen und rechtlicher Hinweis
- Häufige Fragen
- Unterstützung durch Biricon IT Services
Das Problem: Stammdaten, die niemand pflegt
Ein Kontakt in Odoo entsteht meist unter Zeitdruck: Name, grobe Adresse, vielleicht eine UID. Das reicht für das erste Angebot. Es reicht nicht für Rechnungen, die rechtlich sauber adressiert sein müssen, und schon gar nicht, um zu bemerken, dass sich beim Kunden etwas geändert hat. In der Praxis zeigen sich vier Lücken:
- Unvollständige Stammdaten. Firmenbuchnummer, Gericht und Rechtsform fehlen fast immer, weil das Nachschlagen Handarbeit ist.
- Falsche Schreibweisen. Firmenwortlaut ohne Rechtsform, Tippfehler in Straße oder Ort, vertauschte Postleitzahl. Das merkt man erst, wenn die Post zurückkommt.
- Keine Beobachtung. Eröffnet ein Gericht ein Insolvenzverfahren oder löst ein Kunde seine Gesellschaft auf, erfährt Odoo davon nichts. Der Vertrieb liefert weiter auf Rechnung.
- Verstreute Quellen. Firmenbuch, Jahresabschlüsse und Adressregister liegen an verschiedenen Stellen. Wer sie prüfen will, kopiert Daten von Hand zwischen Browserfenstern.
Was das Modul macht
- Neue Firmen werden nachgeschlagen. Legt jemand einen Kontakt als Firma an (Land Österreich oder leer), sucht das Modul innerhalb weniger Minuten im Firmenbuch. Gibt es genau einen Treffer, werden leere Felder ergänzt: Straße, Postleitzahl, Ort, Land, Firmenbuchnummer, Gericht und Rechtsform.
- Abweichungen werden vorgeschlagen, nie überschrieben. Steht im Kontakt etwas anderes als im Register, entsteht ein Änderungsvorschlag, den ein Mitarbeiter je Feld freigibt.
- Firmenbuch-Suche am Kontakt. Im Reiter Firmenbuch findet die Suche Firmen per Name, auch wenn der automatische Treffer nicht eindeutig war.
- Tägliche Überwachung. Das Modul fragt täglich ab, welche Firmen und Urkunden sich im Register geändert haben, und prüft betroffene Kunden. Zusätzlich wird in einstellbaren Abständen jede Firma vollständig neu geprüft.
- Warnstufen. Eröffnete Insolvenz- und Sanierungsverfahren (aus den Rechtstatsachen des Registers), Liquidation, Löschung, negatives Eigenkapital und eine niedrige Eigenkapitalquote werden erkannt und am Kontakt sichtbar gemacht.
- Adressprüfung. Österreichische Adressen werden lokal gegen das amtliche Adressregister des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen (BEV) geprüft.
- Registerdaten am Kontakt. Gericht, Rechtsform, Geschäftsführer und die Rechtstatsachen stehen im Reiter Firmenbuch. Sie spiegeln das Register und werden direkt aktualisiert.
- Meldungen nur nach innen. Alle Nachrichten gehen in den internen Discuss-Kanal Firmenbuch und in den Chatter des Kontakts. Ein Prüflauf über viele Firmen erzeugt eine Sammelnachricht statt einer je Firma. An Kunden verschickt das Modul nie etwas.
Vorschläge statt Überschreiben
Amtliche Daten sind nicht automatisch die besseren Daten für Ihr Geschäft: Vielleicht steht im Kontakt bewusst die Lieferadresse, vielleicht ist ein Kurzname eingeführt. Deshalb ändert das Modul vorhandene Werte nie von selbst. Es ergänzt nur leere Felder und legt bei Abweichungen einen Vorschlag an.
Unter Kontakte → Firmenbuch → Firmenbuch-Vorschläge sehen Sie je Feld den aktuellen Wert und den Registerwert. Felder, die Sie nicht übernehmen wollen, lassen Sie abgewählt. Mit Ausgewählte übernehmen werden nur die markierten Felder geschrieben, mit Ablehnen verfällt der Vorschlag. Ein neuer Vorschlag ersetzt ältere offene Vorschläge desselben Kontakts, damit keine veralteten Werte angewendet werden.
Warnungen: Insolvenz, Liquidation, Bilanz
Das Modul unterscheidet drei Stufen:
- Unauffällig: Es gibt nichts zu melden.
- Warnung (gelb): Im Register stehen gültige Einträge zu Liquidation, Auflösung, Abwicklung, Löschung oder Verschmelzung, die Firma ist als gelöscht gekennzeichnet, oder ein früheres Insolvenzverfahren wurde in den letzten Jahren aufgehoben (Vorgabe drei Jahre, einstellbar). Oder der Jahresabschluss zeigt negatives Eigenkapital, eine Eigenkapitalquote unter 8 % (Vorgabe in Anlehnung an § 23 URG, einstellbar), einen Jahresverlust oder einen Umsatzrückgang von 25 % und mehr.
- Kritisch (rot): Ein Insolvenz-, Konkurs- oder Sanierungsverfahren ist eröffnet und noch nicht aufgehoben, oder ein Antrag wurde mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen. Letzteres zählt als Zahlungsunfähigkeit.
Am Kontakt erscheint ein farbiges Banner, in der Kontaktliste ein Hinweis, und in der Suche gibt es Filter für Firmenbuch-Warnung und Firmenbuch kritisch. Wird ein Kunde kritisch, bekommt der zuständige Verkäufer (ersatzweise der Administrator) eine Aktivität Firmenbuch: Kunden prüfen, und der Kanal Firmenbuch erhält eine Nachricht.
Rechtstatsachen. Insolvenzverfahren stehen im Register nicht im Firmentext, sondern als Rechtstatsachen mit Datum, Aktenzeichen und Gericht. Das Modul liest sie, ordnet Eröffnung und Aufhebung demselben Aktenzeichen zu und zeigt sie am Kontakt als Liste. So bleibt ein aufgehobenes Verfahren nach einigen Jahren nur noch Information, ein laufendes ist rot.
Jahresabschlüsse. Liegt der letzte Jahresabschluss als XML vor, liest das Modul Eigenkapital, Jahresergebnis, Bilanzsumme und Umsatz aus und berechnet die Eigenkapitalquote, die Veränderung des Umsatzes und die Größenklasse nach § 221 UGB (auch Kleinstgesellschaften). Kleine Gesellschaften müssen ihren Umsatz nicht veröffentlichen, dann zeigt das Modul keinen. Ihr Ergebnis leitet es aus dem Bilanzgewinn abzüglich des Gewinnvortrags ab und kennzeichnet es als Schätzung. Die Positionsnamen, nach denen gesucht wird, sind einstellbar, weil das XML je nach Formular verschieden aufgebaut ist.
Adressprüfung mit dem BEV-Adressregister
Das BEV stellt das Adressregister als offene Daten bereit (Adresse Relationale Tabellen – Stichtagsdaten, zweimal im Jahr neuer Stichtag, kostenlos nutzbar mit Quellenangabe). Das Modul lädt den Auszug über den offiziellen INSPIRE-ATOM-Dienst herunter, rund 120 MB mit etwa 2,5 Millionen Adressen, und importiert ihn in eigene, schlanke Tabellen.
Danach wird jede österreichische Firmenadresse mit Straße beim Anlegen und bei jeder Änderung lokal geprüft: Postleitzahl, Straße, Hausnummer, Ort und Bundesland. Es geht keine Adresse an einen Dienst. Das Ergebnis steht als Kennzeichen unter der Adresse:
- Gültig: Die Adresse gibt es so im Register.
- Hausnummer unbekannt: Straße und Ort stimmen, die Hausnummer nicht.
- Korrektur vorgeschlagen: Tippfehler in Straße oder Ort, falsche Postleitzahl. Die Korrektur steht als Vorschlag bereit.
- Nicht gefunden: Das Register kennt diese Adresse nicht.
Ein leeres Bundesland wird direkt ergänzt. Private Kontaktadressen (Typ Privatadresse) werden nicht geprüft. Die Quellenangabe © Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom … steht mit dem aktuellen Stichtag in den Einstellungen. Die Aktualisierung läuft wöchentlich, lädt aber nur herunter, wenn das BEV einen neueren Stichtag veröffentlicht hat.
Technische Umsetzung
Der Registerzugang
Das Justizministerium bietet das Firmenbuch über die FBW-WebServices (HVD) auf JustizOnline als SOAP-Schnittstelle an. Der Zugang ist kostenlos, braucht aber einen API-Schlüssel, den man mit ID Austria unter Informationsweiterverwendung beantragt. Der Schlüssel geht im HTTP-Kopf X-API-KEY mit. Das Modul benutzt den Dienst direkt, ohne Screen-Scraping.
Der Client models/firmenbuch_client.py ist reines Python ohne Odoo-Abhängigkeit. Er kennt die Abfragen SUCHEFIRMAREQUEST, AUSZUG_V2_REQUEST, SUCHEURKUNDEREQUEST, URKUNDEREQUEST sowie VERAENDERUNGENFIRMAREQUEST und VERAENDERUNGENURKUNDEREQUEST. Dadurch lässt er sich mit gespeicherten Antworten testen. Anfragen werden im Abstand von 0,3 Sekunden gestellt, Änderungsabfragen in Blöcken von sieben Tagen.
Auswertung des Auszugs
Aus dem Auszug werden nur Einträge verwendet, die noch gültig sind (Attribut AUFRECHT nicht false). Der Name stammt aus dem Datenkennzeichen FI_DKZ02, die Adresse aus FI_DKZ03, der Sitz aus FI_DKZ06 und die Rechtsform aus FI_DKZ07. Dazu kommen Gericht, Webadresse, die vertretungsbefugten Personen und die Rechtstatsachen. Für die Warnstufe werden die Texte aller gültigen Einträge nach den einstellbaren Schlagwörtern durchsucht:
DEFAULT_CRITICAL = "Konkursverfahren, Insolvenzverfahren, Sanierungsverfahren, Konkurs eröffnet, ..."
DEFAULT_WARNING = "Liquidation, aufgelöst, Auflösung, Abwicklung, Löschung, gelöscht, Verschmelzung, in Liqu."
Der Vorteil der Schlagwortprüfung: Sie funktioniert unabhängig davon, in welchem Feld das Register einen Vorgang führt. Der Nachteil steht im Abschnitt Grenzen.
Überwachung
Das Modul legt drei geplante Aktionen an:
- Neue Firmen nachschlagen (alle 10 Minuten, bis zu 20 Kontakte je Lauf). Außerdem wird sofort beim Anlegen angestoßen.
- Firmen überwachen (täglich 04:30). Fragt geänderte Firmen und Urkunden seit dem letzten Lauf ab (höchstens 30 Tage zurück), prüft die betroffenen Kunden und danach bis zu 50 Kunden, deren letzte Prüfung länger als die eingestellte Frist zurückliegt. Jede Firma wird in einer eigenen Transaktion gespeichert, damit ein Fehler keine früheren Ergebnisse verliert. Das Ergebnis des Laufs kommt als eine Sammelnachricht in den Kanal.
- Adressregister aktualisieren (wöchentlich 03:15).
Ohne API-Schlüssel kehren die ersten beiden sofort zurück. Eine Prüfsumme je Firma verhindert, dass unveränderte Auszüge erneut ausgewertet werden.
Das Adressregister
Die BEV-Daten liegen in drei Tabellen (bev.locality, bev.street, bev.address) mit einem Index auf Postleitzahl, Straßenkennziffer und Hausnummer. Der Import läuft über COPY in einer Transaktion, die Tabellen werden also in einem Schritt ersetzt. Hausnummern werden in der Schreibweise des Registers normalisiert (51-55, 12a). Mit Hausnummern belegen die Tabellen etwa 400 MB in der Datenbank. Wer das nicht möchte, schaltet Hausnummern prüfen ab und kommt mit rund 150.000 Zeilen aus.
Was uns der echte Dienst gelehrt hat
Ein Modul, das nur gegen selbst geschriebene Testantworten geprüft ist, gilt noch nicht als fertig. Deshalb haben wir den Client vor der Veröffentlichung gegen den echten Dienst geprüft, mit dem Schlüssel unserer eigenen Firma. Dabei fielen mehrere Abweichungen von unseren Annahmen auf, die wir behoben haben:
- Nur die Kurzinformation. Der Auszug lässt sich mit diesem Schlüssel nur im Umfang Kurzinformation abrufen. Anfragen mit Vollinformation weist der Dienst ab. In der Version 1.0.0 hatte der tägliche Lauf das noch falsch angefragt, die Version 1.1.0 behebt das. Aus den Personen übernimmt das Modul nur die Namen der vertretungsbefugten Geschäftsführer; Gesellschafter und Personenadressen werden nicht gelesen.
- Straße und Hausnummer getrennt. Die Adresse kommt als
STRASSEundHAUSNUMMERin getrennten Elementen, nicht als ein Text. Das Modul setzt beides zusammen. - Gericht im Vollzug. Das zuständige Gericht steht nicht im Firmenteil, sondern im letzten
VOLLZ-Block des Auszugs. - Gelöschte Firmen. Eine gelöschte Firma erkennt man an einem Attribut (
MIT_FIRMA_GELOESCHT_DURCH_VNR) und nicht an einem Text. Das Modul macht daraus den Befund Firma gelöscht, der eine Warnung auslöst. - Der Firmenname ist nicht das Suchwort. Die Suche vergleicht den Namensanfang. „Muster GmbH“ findet nichts, wenn das Register „Muster Gesellschaft m.b.H.“ schreibt; Firmen in Liquidation tragen „in Liqu.“ im Namen, und im Kontaktnamen steht manchmal noch
&. Das Modul wiederholt die Suche deshalb ohne Rechtsform und vergleicht Namen ohne Schreibvarianten der Rechtsform, ohne HTML-Zeichen und ohne den Zusatz „in Liqu.“. Ein einzelner Treffer wird nur übernommen, wenn sein Name mit dem des Kontakts beginnt. - Urkundenänderungen ohne Firmenbuchnummer. Die Liste geänderter Urkunden enthält nur einen Schlüssel. Die Firmenbuchnummer (ohne Prüfbuchstaben) steht am Anfang dieses Schlüssels. Das Modul ordnet die Änderungen darüber den Kunden zu.
Zu jedem dieser Punkte gibt es jetzt einen automatisierten Test mit einer nachgebauten Antwort.
Der Test am eigenen Kundenstamm
Nach der Version 1.1.0 haben wir das Modul an unserem eigenen Kundenstamm erprobt. Zuerst lief nur eine lesende Namenssuche, danach die Zuordnung der eindeutigen Treffer. Geändert wurde dabei nichts ohne Rücksicht auf vorhandene Werte: leere Felder wurden ergänzt, Abweichungen liegen als Vorschläge zur Freigabe bereit, und es ging keine einzige E-Mail hinaus. Das Ergebnis, ohne einzelne Firmen zu nennen:
- 438 Firmenkontakte mit Kundenstatus in Österreich oder ohne Land wurden gesucht.
- 138 davon wurden eindeutig im Firmenbuch zugeordnet. Weitere 18 hatten einen eindeutigen Namenstreffer, aber eine andere Anschrift im Register (Umzug oder gleichnamige Firma), und blieben deshalb unangetastet. 2 Namen sind mehrdeutig.
- Rund 280 fanden wir nicht oder nur als Teiltreffer. Das sind Privatpersonen, Einzelunternehmen, ausländische Firmen, Kontakte, die nur eine Marke oder einen Ort nennen, und Firmen, deren Name im Kontakt von der Eintragung abweicht, etwa weil dort eine andere Rechtsform steht. Für sie bleibt die manuelle Firmenbuch-Suche.
- 63 Änderungsvorschläge entstanden, meist für Straße und Hausnummer (Schreibweise) und das Land.
- 66 Warnungen, keine kritische Stufe. 36 Firmen sind im Register als gelöscht gekennzeichnet (9 davon auch in Liquidation), 2 hatten ein inzwischen aufgehobenes Insolvenzverfahren und bei 42 fiel der Jahresabschluss auf: niedrige Eigenkapitalquote, Verlust oder Umsatzrückgang. Eine gelöschte Firma ist nicht automatisch ein verlorener Kunde, aber ein Anlass, Anschrift und Rechnungsempfänger zu prüfen.
Zwei Lehren daraus: Ein Kundenstamm aus echtem Betrieb ist ein viel besserer Test als jede nachgebaute Antwort. Wir fanden dabei Fehler in der Namenssuche, die in der Version 1.1.1 behoben sind (siehe oben). Und die Trefferquote hängt stark davon ab, wie sorgfältig die Kontakte benannt sind: Wer den Firmenwortlaut so schreibt, wie ihn das Register führt, wird zuverlässig gefunden.
Installation und Einrichtung
Voraussetzungen: Odoo 19.0 mit den Standard-Apps Kontakte und Discuss, das Python-Paket requests (in jeder Odoo-Installation vorhanden) und ausgehender HTTPS-Zugriff auf justizonline.gv.at und data.bev.gv.at. Das Modul hat keine Abhängigkeiten außerhalb der Standard-Apps, es zieht also keine weiteren Module nach.
- Ordner
partner_firmenbuch_atin denaddons_pathlegen, Apps-Liste aktualisieren und das Modul installieren, auf Produktivsystemen am besten zuerst auf einer Testdatenbank. - Das Modul legt den Discuss-Kanal Firmenbuch an (interne Benutzer) und trägt alle Administratoren ein. Außerdem entstehen die drei geplanten Aktionen.
- API-Schlüssel beantragen: JustizOnline (ID Austria), Informationsweiterverwendung, API FBW.
- Einstellungen → Firmenbuch: Schlüssel eintragen und Verbindung testen. Danach Kanal, Optionen, Schlagwörter und Positionscodes wählen.
odoo-bin -c /etc/odoo/odoo.conf -d <datenbank> -i partner_firmenbuch_at --stop-after-init
Wichtig auf Produktivsystemen: Der erste Lauf der Adressregister-Aktualisierung startet automatisch in der Nacht nach der Installation um 03:15 und lädt rund 120 MB herunter. Danach werden alle österreichischen Kontakte geprüft; Auffälligkeiten erscheinen als Vorschläge und als eine Nachricht im Kanal. Wer das nicht möchte, deaktiviert vorher die geplante Aktion Adressregister (BEV): aktualisieren oder schaltet Österreichische Adressen prüfen in den Einstellungen ab.
Massenimporte: Importieren Sie mit den Kontextschlüsseln fb_no_lookup=True und bev_no_check=True. Sonst würde jede importierte österreichische Firma für eine Registerabfrage vorgemerkt (20 je zehn Minuten) und jede Adresse beim Anlegen geprüft.
Datenschutz: Was das Modul an wen sendet
- Personenbezug: Die Namen der Geschäftsführer sind personenbezogene Daten, auch wenn sie im Register öffentlich stehen. Das Modul speichert sie nur, um die Geschäftsbeziehung zu pflegen. Wer das nicht möchte, löscht das Feld oder nutzt es nicht.
- Firmenbuch: Nur der Name oder die Firmenbuchnummer von Kontakten, die als Firma markiert sind (ohne übergeordnete Firma, Land Österreich oder leer), geht an
justizonline.gv.at, zusammen mit dem API-Schlüssel. Privatpersonen und Ansprechpartner einer Firma werden nie gesendet. - Adressregister: Es wird nur der öffentliche Auszug heruntergeladen. Kundenadressen verlassen das System nicht.
- Keine Kundenmails: Meldungen gehen an den internen Kanal, in den Chatter und als Aktivität an Mitarbeiter.
- Schlüssel: Der API-Schlüssel ist nur für Administratoren sichtbar.
Das Firmenbuch ist ein öffentliches Register. Die Weiterverwendung der Daten unterliegt den Bedingungen der Informationsweiterverwendung von JustizOnline.
Tests
Das Modul bringt 18 automatisierte Tests mit. Sie arbeiten mit nachgebauten Registerantworten und einem Miniatur-Adressauszug und brauchen deshalb weder API-Schlüssel noch Netzwerk:
- Normalisierung der Firmenbuchnummer
- Auswertung des Auszugs (Name, Adresse, Gericht, Geschäftsführer, gelöschte Firma, ungültige Einträge werden ignoriert)
- Namensvergleich: Schreibvarianten der Rechtsform, „in Liqu.“, HTML-Zeichen, kein Treffer bei einer fremden Firma
- Jahresabschluss: Eigenkapital, Ergebnis, Bilanzsumme
- Neue Firma wird gefunden, leere Felder werden ergänzt, Abweichungen werden vorgeschlagen, Vorschlag wird teilweise angewendet
- Überwachung: eröffnetes Insolvenzverfahren setzt die Stufe auf kritisch und erzeugt die Aktivität, ein aufgehobenes Verfahren ergibt eine Warnung, Ansprechpartner werden nicht eigens geprüft
- Urkundenänderungen werden über den Schlüssel zugeordnet
- Ohne API-Schlüssel wird nichts abgefragt
- Adressprüfung gegen den Miniaturauszug
odoo-bin -d <testdatenbank> -i partner_firmenbuch_at \
--test-enable --test-tags=/partner_firmenbuch_at --stop-after-init
Die deutsche Übersetzung liegt in i18n/de.po.
Grenzen und rechtlicher Hinweis
- Ein Treffer ist ein Hinweis, keine Rechtsauskunft. Der Status wird aus Schlagwörtern in gültigen Registereinträgen abgeleitet. Prüfen Sie das Register selbst, bevor Sie über Kredit oder Lieferbedingungen entscheiden.
- Insolvenzerkennung nur mit nachgebauten Fällen geprüft. Das Modul erkennt Verfahren an Wörtern im Freitext der Rechtstatsachen (Eröffnung, Aufhebung, bestätigter Sanierungsplan, mangels Vermögens). Ihr Format haben wir einem echten Registerauszug nachgebaut, einen echten Insolvenzfall hatten wir bei der Entwicklung aber nicht in der Hand. Eine ungewöhnliche Formulierung kann deshalb übersehen werden. Die amtliche Ediktsdatei ersetzt das Modul nicht.
- Jahresabschlüsse nur als XML. Reine PDF-Einreichungen werden übersprungen. Bei sehr kleinen Gesellschaften kann die Bilanz verkürzt eingereicht sein, ohne die Zahlen, die das Modul liest.
- Nur Österreich. Ausländische Firmen werden nicht abgefragt. Firmenwebsites stehen nicht im Register und werden nicht ergänzt.
- Automatische Zuordnung nur bei eindeutigem Treffer. Gibt es mehrere Firmen mit demselben Namen, fragt eine Nachricht im Kanal nach der manuellen Firmenbuch-Suche.
- Schnittstellen können sich ändern. Das Modul hängt an den Diensten von BMJ und BEV. Ändern sich Endpunkt, Schema oder ATOM-Feed, kann ein Update nötig werden.
- Getestet für Odoo 19. Entwickelt und getestet für Odoo 19.0 Community. Für andere Versionen haben wir es nicht geprüft. Der Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Kostet der Registerzugang etwas?
Nach unserem Stand nicht: Die FBW-WebServices für die Informationsweiterverwendung sind kostenlos, brauchen aber einen API-Schlüssel, den Sie über JustizOnline beantragen. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen des Justizministeriums.
Werden vorhandene Kontaktdaten überschrieben?
Nein. Das Modul trägt nur in leere Felder ein. Abweichende Werte werden als Vorschlag angelegt, den ein Mitarbeiter je Feld freigibt.
Bekommen meine Kunden etwas von der Prüfung mit?
Nein. Alle Meldungen gehen an den internen Kanal, an den Chatter des Kontakts und als Aktivität an Mitarbeiter. Das Modul versendet keine E-Mails an Kunden.
Werden Geschäftsführer oder Gesellschafter gespeichert?
Die Namen der vertretungsbefugten Geschäftsführer ja (Feld Geschäftsführer im Reiter Firmenbuch), Gesellschafter und Adressen von Personen nein. Behandeln Sie die Namen als personenbezogene Daten.
Wie viele unserer Kunden findet das Modul?
Das hängt vom Kundenstamm ab. Bei uns waren es 138 von 438 Firmenkontakten (rund ein Drittel). Der Rest sind Privatpersonen, Einzelunternehmen, ausländische Firmen und Kontakte, deren Name nicht dem Firmenwortlaut entspricht. Die Zahlen stehen im Abschnitt Der Test am eigenen Kundenstamm.
Kann ich einen Kunden ohne Firmenbuchnummer finden?
Ja. Der Reiter Firmenbuch hat die Schaltfläche Firmenbuch-Suche mit Suche nach dem Namen. Das Modul trägt automatisch nur dann ein, wenn genau eine Firma passt. Sonst wählen Sie den Treffer selbst aus.
Was ist mit Firmen in Deutschland oder der Schweiz?
Sie werden nicht abgefragt. Das Modul schaut nur Kontakte mit Land Österreich oder ohne Land an.
Wie viel Speicher braucht die Adressprüfung?
Mit Hausnummern etwa 400 MB in der Datenbank und beim Import etwa 120 MB temporären Plattenplatz. Ohne Hausnummernprüfung reichen etwa 150.000 Zeilen.
Was, wenn ich nur das Firmenbuch möchte und keine Adressprüfung?
Schalten Sie Österreichische Adressen prüfen in den Einstellungen ab und deaktivieren Sie die geplante Aktion für das Adressregister. Dann wird nichts heruntergeladen.
Unter welcher Lizenz steht das Modul?
Unter der LGPL-3. Sie dürfen es nutzen, anpassen und weitergeben. Fehler und Verbesserungsvorschläge sind als Issue im GitHub-Repository willkommen.
Unterstützung durch Biricon IT Services
Wir betreuen Odoo-Installationen für kleine und mittlere Unternehmen: von der Einführung über Anpassungen und Migrationen bis zum laufenden Betrieb. Wenn Sie Kundenstammdaten in Odoo sauber halten, Bonitätsrisiken früher erkennen oder ein Modul wie dieses prüfen und sicher in Ihre Produktivinstanz bringen wollen, unterstützen wir Sie gerne. Weitere Eigenentwicklungen finden Sie in unserem Blog, zum Beispiel Produkt-Sets im Angebot als Abschnitt und Web RBL, die Sperrliste für Angriffsverkehr.
Stand: 3. November 2026. Modulversion 19.0.1.1.1. Die Beispieldaten in den Abbildungen sind frei gewählt und keine echten Firmen.